Doris Frohnapfel (* 1959, Düsseldorf) studierte Freie Kunst an der FH Köln und Architektur an der RWTH Aachen. Sie erhielt 1983 das DAAD-Stipendium für Italien. Während und nach ihrem Architekturstudium arbeitete sie bei verschiedenen Kölner Architektur- und Stadtplanungsbüros. Raum, Architektur und Stadtplanung bilden einen wichtigen Teil ihrer Recherchen und Inhalte. 1994 erhielt sie das Chargesheimer-Stipendium für Fotografie/ Film/Video der Stadt Köln, von 1998 bis 2005 war sie Professorin für Fotografie an der Kunsthochschule in Bergen, Norwegen. Verschiedene Auslandsaufenthalte und Residenz-stipendien z. B. das Barkenhoff-Stipendium (Worpswede, 1990), Schloß Plüschow (Mecklenburg-Vorpommern, 1996), Kunst und Dokument (Beirut, 2014) und das Galata-Stipendium (Istanbul 2016) konnten dabei inhaltlich als Ortswechsel ihre Arbeiten voranbringen. Diese sind auf der Grenze der Dokumentation eines realen Ortes oder existierender Personen und einer fotografischen Abstraktion angesiedelt. Ob in Fotografien, plastischen Arbeiten oder Installationen: Doris Frohnapfel versucht eine Rekonstruktion der Vergangenheit, spürt Sedimente der Geschichte auf, betreibt eine Archäologie der Gesellschaft und beschreibt eine andere Seite der Dinge. „Reisen, Suchen, Graben, Finden, Spuren sichern, Dinge neu ordnen, Präsentieren – Doris Frohnapfels künstlerisches Vorgehen führt zu einem subjektiven Blick, der sich seinem Gegenüber intersubjektiv vermittelt, und ihm Material an die Hand gibt, um eine Konstruktion der Kontexte der aufgesuchten Orte zu ermöglichen. Mithilfe der Fotografien, Vitrinen und Objekte werden neue Konstruktionen erstellt, die im Sinne Umberto Ecos ein offenes Kunstwerk konstituieren, das deutlich macht, dass auch der Umgang mit Geschichte und politischem Handeln nur im kritischen Dialog mit den Lesarten der Anderen erfolgen kann. Die Konstruktionen der Künstlerin sind Zeugnisse und Verdichtungen einer subjektiven Wahrnehmung, die wiederum neue, aktuelle Wahrnehmungen erzeugen kann.“*
* Das Dokumentarische als offene Konstruktion – Sabine Fabo über die Künstlerin Doris Frohnapfel, http://www.artblogcologne.com/portrait-doris-frohnapfel/
Ausbildung
1977 Abitur am Heinrich-Heine-Gymnasium, Mettmann-Metzkausen
Lehre und Forschung
2011-2023 Lehrauftrag für Fotografie an der Hochschule für Medien, Kommunikation & Wirtschaft, Köln
Bergen
Vorträge, Gastprofessuren, Seminare
2017 Sharing Cities-Raum als Urban Common, Akademie CityLeaks – Urban Art Festival, mit Margrit Miebach, Köln
„Professional Practice“, Kunsthochschule Bergen, Norwegen
„Künstlerische Techniken‟, Fachhochschule Ottersberg
„Framing Time and Place“, University of Plymouth, England
Institute for Colour, National Academy of the Arts, Oslo, Norwegen
Gastprofessur Hoger Instituut voor Schone Kunsten, Antwerpen2000 Hochschule für angewandte Kunst, Wien
Istituto Europeo di Design, Rom, Italien
HANSA ART SPECIAL, Hansa-Gymnasium, Köln
Hallam University, School of Cultural Studies, Sheffield, England
University of Reading, Department of Fine Art, Reading, England
Staffordshire University, School of Art, Stoke-on Trent, England
Stipendien und Preise
2022 NEUSTART KULTUR-Stipendien für freischaffende bildende Künstler:innen, Stiftung Kunstfonds e.V.
Ausstellungsstipendium “Outfit- Authentizität und Masquerade”, Stadt Köln
Barkenhoff-Stipendium Worpswede, Land Niedersachsen
Ausgewählte Einzelausstellungen
2026 Movements in Remaining Areas, mit Heide Nord, Galerie M29 Richter, Köln
„Surreal Estate” (mit Ina Wudtke), Galerie b2, Leipzig
„Licht und Schatten“, Galerie b2, Leipzig
„Open Space / Art cologne“, Galerie M29, Richter-Brückner, Köln
Goethe Institut Helsinki, Finnland2007 Ceysson / Krings-Ernst, Luxemburg
Prospekta Galerie / Goethe Institut Vilnius, Litauen
Klaipeda Kunsthalle, Deutsche Kulturtage / Goethe Institut, Litauen
Krings-Ernst Galerie, Köln
Encontros da Imagem, Braga, Portugal
Fotogalleriet, Oslo, Norwegen
Change-Studio d’Arte Contemporanea, Rom, Italien
Galerie Lüdke, Köln
Kunstverein Region Heinsberg/ Kreismuseum Geilenkirchen
SALA 1/Change – Studio d’Arte Contemporanea, Rom, Italien
„Attitudes Passionelles“, Forum Bildender Künstler, Essen
Ausgewählte Gruppenausstellungen
2026 20 years after the butcher, 6.3. -12.4., Berlin
2025 Fotografinnen Köln 1890-heute, 10.5. – 1.6.2025, Kunstwerk Köln
SpinnereiGalerien Leipzig zu Gast im Wirkbau, Künstler:innen Galerie b2, 18.1.-8.2.2025, Chemnitz
Depotopia 1985 – 2025, 26.4.-28.6.2025, Krings-Ernst Galerie, Köln
2024 Habitable Zone, 31.05.— 6.07.2024, mit Caroline Hake, Timo Hinze, Florian Merdes, Heide Nord, Anna Vovan Galerie b2_Leipzig2017 Aufwachen in Istanbul – Istanbul’da Uyanış, Werft 5 – Kunsthaus Rhenania, Kulturamt der Stadt Köln
2017 Aufwachen in Istanbul – Istanbul’da Uyanış, Werft 5 – Kunsthaus Rhenania, Kulturamt der Stadt Köln
2015 “Art & Archives”, Glass Hall, Ministry of Tourism, Beirut, Libanon
„Wer war Albert Norden?‟, Station Urbaner Kulturen, Berlin
„Where, when, what, why‟, Galerie M29 Richter Brückner, Köln
Spinnerei-Rundgang, Galerie b2, Leipzig
Institut Neuseeland; Peninsula Arts, Plymouth, England
„In Good Faith“, Galerie M 29 Richter Brückner, Köln
„GrenzGebietRuhr-Checkpoint“, Kulturhauptstadt Ruhr.2010, Kunsthaus Essen
„Teardrops etc.“, StrzeleckiBooks, Kölnischer Kunstverein, Köln
„Flaggfabrikken presenterer“, Knipsu, Bergen, Norwegen
„Return of the Light“, Semermiut, Kulturhaus, Ilulissat, Grönland
„Granice Tomazsamosci“, Kunstpalast Krakau, Polen2007 „Rubin“, 40 Jahre Institut für moderne Kunst, Neues Museum Nürnberg
„Diasporas and Troubles“, Kunstbunker Tumulka, München
„Induzione critica III“, Change + Partner Contemporary Art, Rom, Italien
„in flagranti II‟, Dortmunder Kunstverein
„lebt und arbeitet in …“, Neuer Kunstverein Aschaffenburg
„Open Office-Collected Concepts‟, M29, Köln
„Tracing Space“, Bergen Kunsthall, Norwegen
„Time Zones“, Krings-Ernst Galerie, Köln
Norsk Museum for Fotografi, Horten, Norwegen
Gabriele Münter Preis, Bonn
„Ars Brevis“, Internationale Photoszene, Köln
„Aspekte Kölner Kunst/60er Jahre bis heute“, Stadtmuseum Köln
„Neid Show“, Künstlerhaus Bethanien, Berlin
Goethe Institut, Rome
„Vom Umgang mit Veränderung“, Östergötlans Länsmuseum, Linköpping, Schweden
„In der Zeit“, Schloß Plüschow, Mecklenburg-Vorpommern
„You are here“, Maryland Artspace, Baltimore, USA
„Vom Umgang mit Veränderung“, NGBK Berlin
Jahresgaben, Kölnischer Kunstverein, Köln
„Innere Fotografie“, Gothaer Kunstforum, Köln
„Barkenhoff-Stipendium 1987-1991“, Kunsthalle Bremen, Kubus Hannover, Stadtmuseum, Halle
„Kölner Fotokünstlerinnen“, Landeshaus, Köln
„Jovem fotografia alemana“; Saa dos Preios, Vigo, Spanien
„Hohe und niedere Fotografie“, Rhenania, Köln
„Mythos Berlin“, Anhalter Bahnhof, Berlin
Kuratierte Ausstellungen
2017 „Rescue! (If you can)“, Claudia Reinhardt, kjubh Kunstverein, Köln
2016 „A room made of blank pages“, Anu Vahtra, kjubh Kunstverein, Köln
2015 „noch besser leben”, Michael Grzesiak”, PASSAGEN/imm-Cologne, kjubh Kunstverein, Köln
2014 „Gefuege”, Tamara Lorenz, Filme und Fotografie, kjubh Kunstverein e.V., Köln
2013 „To my dog I’m a god, to my god I’m a dog“, Per Teljer, Filme, kjubh Kunstverein e.V., Köln
2012 „Fairground“ – Karen Kipphoff / Werner Nekes, kjubh Kunstverein e.V., Köln
„Zolotoy kol/Kolos“ – Achim Riechers, kjubh Kunstverein e.V., Köln
2011 „Capital Decor“ – Stephanie Kiwitt, kjubh Kunstverein e.V., Köln
2010 „Griot Girl“ – Ina Wudtke, kjubh Kunstverein e.V., Köln
2009 „Übersetzung ins Undeutliche“, Stephen Suckale/ Michael Krebber, Anna Fasshauer/ Dr. Konstantin Adamopoulos, Peggy Buth/ Astrid Wege, Andreas Exner/ Jörg Jung, Astrid Nippoldt/ Dr. Doris Krystof: Ausstellungs- und Gesprächsreihe im Programteam des kjubh-Kunstverein e.V., unterstützt durch Stiftung Kunstfonds und Kulturamt der Stadt Köln, Januar – Dezember 2009
2008 „I Recognize You“, Maya Økland, kjubh-Kunstverein/ 19. Internationale Photoszene Köln
2005 „The Soldier, the Indian and the old man with a broken heart“, Hilde Jørgensen, Heidi Nikolaisen, Kristin Tårnesvik, Gastkuratorin für kjubh Kunstverein, 18. Internationale Photoszene, Köln
2003 „Subjectivity meets Reality”, KHiB-Studierende, co-op mit Prof. Karen Kipphoff, Galeri 3,14, Bergen, Norwege
2002 „Young Norwegian Photography“, Fototage Herten
1998 „outfit – Authentizität und Maskerade“, Gruppenausstellung zur 12. Internationalen Photoszene Köln/Kulturamt der Stadt Köln
1995 „Über allen Gipfeln ist Ruh“/ Johannes Stricker; „play it by ear“/ Tanya Ury; „Arbeiten auf Papier“/ Sammlung Miess, Ausstellungsraum ARTillerie, Köln
1992/’94/’96 Installationen für Internationales Frauenfilmfest „Feminale“, Köln
1992 Konzept und Koordination der 12 Ausstellungen „Kölner Bauideen“