TEXTS

TL-P Norway and Wittgenstein

[…] I take another photo of the wooden sign and the landscape round about and, thanks to the strong wind that´s blowing now, see the Austrian flag on the other shore. That must be just about where his cabin was. The Skjoldeners called the place, the spit of land over there, „Austria“. […] I walk faster and arrive out of breath at the rough stone foundations of his cabin. I pace out the seven-by-eight-metre platform, get my camera out and take photos. The flag is a little higher up. I look across the lake. Wittgenstein had firewood and groceries delivered by boat. The lake freezes over in winter. The cabin had a veranda on this side and people used to see Wittgenstein pacing up and down when he was assailed by doubts – to get them under control he had to busy himself with logic. … more >

TL-P Norway and Wittgenstein

[…] Ich fotografiere nochmal die Holztafel und die Landschaft drumherum und erkenne nun, da ein heftiger Wind weht, die österreichische Flagge am anderen Ufer. Das wird ungefähr der Ort seiner (Wittgenstein’s) Hütte gewesen sein. Die Skjoldener nannten diese Stelle, die Landzunge da drüben, „Austria”. […] Ich gehe schneller und stehe ausser Atem vor dem aus Bruchsteinen zusammengesetzten Fundament seiner Hütte. Ich schreite die Plattform von sieben mal acht Metern ab, packe meine Kamera aus und mache Fotos. Etwas weiter oben steht die Fahne. Ich schaue über den See. Wittgenstein liess sich Brennholz und Lebensmittel mit dem Boot bringen. Der See ist im Winter zugefroren. Die Hütte hatte auf dieser Seite eine Veranda und die Leute sahen Wittgenstein darauf hin- und hergehen, wenn er mit Zweifeln beschäftigt war – um die in den Griff zu kriegen, musste er sich mit Logik beschäftigen. … more >

Intimations of Mystery

Doris Frohnapfel’s works always consist of text and photography. The two parts do not illustrate each other, but create a new set of polarities between which the meaning arises, first and foremost in the imagination of the observer. She exploits the special interplay of presence and absence and of realism and fiction that can be found in photography. On the one hand the photograph has the evidence-like character of the documentation; on the other it is wholly void of meaning in itself, and a text or some other form of contextualisation can guide the understanding of the picture in widely different directions. […] In one of her most recent series, Race-Make-Up of 1997/1998, Doris Weiterlesen … more >

Ortsbezug

[…] Unter der gut vertretenen Fotografie liefert Doris Frohnapfel ein beeindruckendes Beispiel für den Umgang mit Literatur. Ihre achtteilige Arbeit „Corpus“ ist jeweils einer Schriftstellerin gewidmet, die ihrem Leben selbst ein Ende setzte. Den stillebenhaften Arrangements sind Eigenzitate zugeordnet. Die mit „Gas“ betitelte und Sylvia Plath gewidmete Arbeit zeigt beispielsweise eine Schreibmaschine, auf der verwelkte Rosen liegen. Darunter steht zu lesen:“Zu sterben ist eine Kunst wie alles andere auch.“ […] … more >

Matter of Fact

Angesichts des tragischen Todes von Lady Diana und der Bilderflut ihres Unfallortes mutet die Fotoserie, die die Kölner Künstlerin Doris Frohnapfel nun in der Artothek (zuvor im Juli in einer Gruppenausstellung im Maryland Art Place in Baltimore, wenige Tage nach Gianni Versaces Ermordung) präsentierte, unheimlich aktuell an: Die 20 S/W Aufnahmen (je 25 x 35 cm) an den Wänden zeigen eine Reihe solcher „Katastrophenschauplätze“, genauer: 20 Orte bzw. Stätten, an denen Persönlichkeiten der Kultur- bzw. Zeitgeschichte auf tragische Weise ihr Leben ließen. Den zweiten Teil der Ausstellung bildet ein ausliegendes Buch, auf dessen Seiten Frohnapfel mit Textzitaten und biografischen Anmerkungen die jeweiligen Persönlichkeiten bzw. deren Schicksale vorstellt. Die von der Künstlerin subjektiv zusammengestellte Liste liest sich aphabetisch etwa von Jean Améry (1912-1978) bis hin zu Henriette Vogel (1780-1811), oder, historischWeiterlesen … more >

Der Mensch als Fall

[…] Von Kunst wird im allgemeinen ein gewisser Grad an Verallgemeinerung der dargestellten Probleme erwartet, eine Art Sublimierung. Doris Frohnapfel demonstriert, wie es sehr wohl möglich ist, im subjektiven Empfinden zu verbleiben, wenn es nur gelingt den Betrachter anzuregen, nach paralleleln Empfindungen im eigenen Erinnern zu forschen. Der von ihr evozierte Akt der künstlerischen Sublimierung steckt weniger im Werk, als in der Interaktion zwischen ihrer Arbeit und dem Erinnerungsfundus des Betrachters. Daß diese Arbeiten in der Lage sind solches zu provozieren, macht ihre Überzeugungskraft aus. … more >

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