Angesichts des tragischen Todes von Lady Diana und der Bilderflut ihres Unfallortes mutet die Fotoserie, die die Kölner Künstlerin Doris Frohnapfel nun in der Artothek (zuvor im Juli in einer Gruppenausstellung im Maryland Art Place in Baltimore, wenige Tage nach Gianni Versaces Ermordung) präsentierte, unheimlich aktuell an: Die 20 S/W Aufnahmen (je 25 x 35 cm) an den Wänden zeigen eine Reihe solcher „Katastrophenschauplätze“, genauer: 20 Orte bzw. Stätten, an denen Persönlichkeiten der Kultur- bzw. Zeitgeschichte auf tragische Weise ihr Leben ließen. Den zweiten Teil der Ausstellung bildet ein ausliegendes Buch, auf dessen Seiten Frohnapfel mit Textzitaten und biografischen Anmerkungen die jeweiligen Persönlichkeiten bzw. deren Schicksale vorstellt. Die von der Künstlerin subjektiv zusammengestellte Liste liest sich aphabetisch etwa von Jean Améry (1912-1978) bis hin zu Henriette Vogel (1780-1811), oder, historisch
Ortsbezug
[…] Unter der gut vertretenen Fotografie liefert Doris Frohnapfel ein beeindruckendes Beispiel für den Umgang mit Literatur. Ihre achtteilige Arbeit „Corpus“ ist jeweils einer Schriftstellerin gewidmet, die ihrem Leben selbst ein Ende setzte. Den stillebenhaften Arrangements sind Eigenzitate zugeordnet. Die mit „Gas“ betitelte und Sylvia Plath gewidmete Arbeit zeigt beispielsweise eine Schreibmaschine, auf der verwelkte Rosen liegen. Darunter steht zu lesen:“Zu sterben ist eine Kunst wie alles andere auch.“ […] … more >